Selbstverbrennung

 

Kunst kann die Wirklichkeit und manchmal sogar das Leben überhöhen.

Vorwort aus dem Begleit-Booklet der CD „Die Regentrude“

Musik und Klimawandel

Seit wir, Klaus Wüsthoff und ich, durch seine Lektüre meines Buches „Selbstverbrennung“ zusammenkamen, bin ich nicht aus dem Staunen herausgekommen: Dieser Mann ist nicht nur ein musikalisches Genie, sondern auch ein Pionier des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit, dessen Einsicht und Leidenschaft viele der jüngeren Generation beschämen dürfte. Schon 1988 hat sich Kaus Wüsthoff an die Spitze der Elektromobilität gesetzt, in einem speziellen Elektro-Auto mit 16 Batterien. Sein Engagement für mein eigenes Herzensthema, den Klimaschutz, ist ebenso bewegend wie kreativ. Aus dem Leitmotiv der Regentrude entwickelte er eine Klimaglockenmelodie, die das Zwei-Grad-Ziel künstlerisch zum Ausdruck bringt und die vergangenen November 2017, anlässlich der 23. Weltklimakonferenz in Potsdam und anderen Städten erklang. Dante Alighieri sagt in seiner Göttlichen Komödie: „Die feurigsten Plätze in der Hölle sind für diejenigen reserviert, die in Zeiten schwerer moralischer Krisen strikte Neutralität bewahren“. Wir befinden uns heute tief in einer solchen Krise, aber charismatische Persönlichkeiten wie Klaus Wüsthoff denken nicht daran, jetzt neutral zu bleiben. Im Gegenteil: Mit dem Feuer eines Jünglings kämpft er mit seinen ureigenen Mitteln für die Bewahrung der Schöpfung. Für das Leben auf der Erde, das ohne Wasser nicht existieren kann, wie es das Märchen von Theodor Storm erzählt.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung